Woundedknee1891

Die Historie der USA ist widersprüchlich, keine Frage. Neben großen zivilisatorischen Leistungen wie der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1776, welche die europäischen Staaten entscheidend prägte, oder der Mithilfe bei der Befreiung der Welt vom Hitlerdeutschland, steht auf der Negativseite die Indianerpolitik der Vereinigten Staaten.Wounded Knee, eine kleine Ortschaft in South Dakota, kann sinnbildlich herhalten für die Verfehlungen des amerikanischen Staates gegenüber den Ureinwohnern Nordamerikas. Dieser Ort wurde gleich zweimal zum Mittelpunkt teils blutiger Auseinandersetzungen. Das Massaker von 1890 ist recht gut beschrieben und allseits bekannt, der Konflikt mit dem American Indian Movement, welcher 1973 zur Besetzung des Ortes durch Indianer führte, hat indes weniger Raum in den Geschichtsbüchern gefunden.

Um das Jahr 1890 hatte der bewaffnete Widerstand der Indianer im Grunde schon sein Ende gefunden, als die Geistertanzbewegung neuen Ärger brachte. Von religiösen Führern der Indianer ausgerufen, versprach diese Bewegung den Indianern eine baldige Wiederkehr der vergangenen glücklichen Zeiten. Dadurch verunsichert wurde eine Gruppe von Lakota-Sioux-Indianern aufgefordert, ihre Waffen abzugeben und der Armee in ein Militärlager zu folgen. Nach einem Zwischenfall bei der Waffensammlung kam es zu einem Massaker des Militärs an den Indianern. Die Zahlen schwanken, doch zwischen 150 und 350 Indianer – Männer, Frauen und Kinder – wurden getötet.

Das American Indian Movement, eine Bewegung, die sich gegen die gebrochenen Verträge der US-Regierung mit den Indianer einsetzte und für ihre Rechte kämpfte, besetzte 1973 diesen geschichtsträchtigen Ort. Nach mehrtägiger Belagerung durch das FBI und einigen Toten auf ihrer Seite gaben die Indianer auf, ihre Anführer wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.

Marlon Brando lehnte im Zuge dessen den ihm zugesprochenen Oscar ab, der in der DDR lebende amerikanische Schauspieler und Sänger Dean Reed plante einen Film über die Ereignisse, der nie zustande kam. Noch immer steht eine angemessene Wiedergutmachung auf der Agenda der amerikanischen Politik, auch wenn unter Präsident Obama bereits wichtige Schritte unternommen wurden.

 

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