Unterschiede Gesundheitssystem der USA und Deutschland

In Amerika ist das Gesundheitssystem ganz anders strukturiert als in Deutschland. Ein Vergleich der Systeme fällt deshalb schwer. Man Vergleich sozusagen Äpfel mit Birnen. Trotzdem kann man ein paar Unterschiede und Gemeinsamkeiten festhalten.

Was ist in Amerika anders als in Deutschland?

American-HealthCare-Steth

© pundit from another planet

Die Sichtweise vieler Amerikaner in Bezug auf gesundheitliche Absicherung ist anders als die der Deutschen. Die Amerikaner haben eine ganz andere Mentalität als die Deutschen. Eine Krankheit bei einem Erwachsenen sehen viele Amerikaner in erster Linie als individuell verursachten Zustand. Die Deutschen sehen hier einen Schicksalsschlag, für den der Staat Hilfe bieten muss.

Außerdem ist die amerikanische Bevölkerung heterogener als die in Deutschland. Dies hat zur Folge, dass sich viele amerikanische Bürger ihren Landsleuten nicht so verpflichtet fühlen, weil diese religiös, ethnisch, sprachlich und/oder kulturell anderen „Untergruppen“ angehören.

Weiterhin sind Amerika und sein Gesundheitssystem klar führend auf der Welt. Die neuesten Medikamente werden hier entwickelt und innovative Therapiemöglichkeiten werden auch oft hier ausgebildet. Die Technologiedichte ist in Amerika viele höher und neue Heilmittel werden hier viel früher angewendet. Des Weiteren ist die Ausstattung der US-Krankenhäuser viel luxuriöser. Privat versicherte reiche Amerikaner haben viel früher Zugang zu diesen neuen Verfahren.

Gemeinsamkeiten im Gesundheitssystem

Eine Gemeinsamkeit ab 2014 ist, dass es in beiden Ländern nun Pflicht eines jeden Bürgers ist, eine Krankenversicherung abzuschließen. Die in Amerika im Jahr 2010 verabschiedete Gesundheitsreform tritt nach und nach in Kraft. Herzstück dieser Reform ist „Obamacare”. Dieser Teil der Reform beinhaltet die Pflicht für jeden amerikanischen Bürger, ab 2014 eine Krankenversicherung abzuschließen. Andernfalls droht eine Strafzahlung. Insgesamt soll die Versicherung „Obamacare“ mehr als 30 Millionen bisher unversicherten US-Bürgern Zugang zu einer Krankenversicherung bieten. Und das auf eine bezahlbare Art und Weise. Schade, dass die Einführung von Obamacare so viele technische Probleme brachte.

Legalisierung von Drogen in Deutschland und in den USA

marijuana act

In den USA haben zwei Bundesstaaten Marihuana legalisiert. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Befürworter einer Legalisierung von Cannabis. Diese sind in der Regel der Meinung, dass Alkohol viel gefährlicher als Cannabis ist und vielleicht sogar zu Therapiezwecken eingesetzt werden kann. Stimmt das?

Amerikaner sind meist dieser Meinung: Amerika hat sich in den letzten Jahren im Bereich Drogenpolitik lockergemacht. Viele Amerikaner gehen davon aus, dass Marihuana ein vergleichsweise harmloses Rauschmittel ist. Sogar ein medizinischer Nutzen ist weitgehend anerkannt. Insgesamt ist die Stimmung für die Legalisierung in den USA also sehr gut.

Auch in Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die der Meinung sind, dass man den Kampf gegen Drogen nur durch eine Legalisierung gewinnen kann. Monika Herrmann ist grüne Bezirksbürgermeisterin in Friedrichshain-Kreuzberg und setzt sich für die Einrichtung von Coffeeshops ein, in denen Cannabis offiziell verkauft wird – wie in Coffeeshops in den Niederlanden. Auch die Erlaubnis Cannabis für eigene Zwecke anzubauen könnte positive Auswirkungen haben. Dies ist momentan aber ohne Genehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte strafbar. Erlaubt ist nur der Kauf und Anbau von Hanfsamen, die einen stark erniedrigten THC-Gehalt enthalten. Aber auch deren Anbau ist aber nur für Landwirte mit Sondergenehmigung erlaubt.

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